Die 10 größten Ammenmärchen übers Stillen

Jede (werdende) Mutter hat sie bestimmt schon einmal gehört. Geschichten übers Stillen, denn wirklich JEDER hat eine Meinung dazu (auch Nichtmütter/ -eltern). Ich habe in meinem mittlerweile zum Großteil aus Mamas und werdenden Mamas bestehenden Freundeskreis die Frage gestellt, welche Ammenmärchen ihnen schon zum Thema Stillen erzählt wurden. Die Antworten sind einfach toll, DANKE ihr Super-Mamas da draußen, dass ich Euch durch diese Aussagen nicht habt abschrecken lassen.

Aber erst einmal zur Definition Ammenmärchen, passt ja irgendwie 🙂

Als Ammenmärchen bezeichnet man in der Gegenwart ein weit verbreitetes, jedoch nur scheinbares Wissen. Historisch geht der wohl im 18. Jahrhundert entstandene Begriff zurück auf die Gewohnheit der Ammen, den von ihnen betreuten Kindern unglaubliche Geschichten (Märchen) zu erzählen. (Quelle: Wikipedia)

So und hier die TOP 10

10. „Du musst immer etwas Tee oder Wasser dabei haben, weil das Kleine ja bestimmt großen Durst hat!“

–> NEIN! Ein vollgestilltes Baby braucht kein zusätzliches Wasser/Tee. Erst so langsam zu Beginn der Beikosteinführung/Baby Led Weaning etc. kann man dem Kind etwas Wasser/ungesüßten Tee anbieten.

9. „Stillen ist ungesund, da sich die Mutter ja nicht perfekt ernährt!“

–> Stillen ist die beste und perfekt abgestimmteste Nahrung für ein Baby. Die Muttermilch hat die grandiose Eigenschaft sich genau auf die Bedürfnisse des Babys einzustellen. Auch der Körper der Mutter signalisiert ihr (schon während der Schwangerschaft) was sie und das Baby brauchen.

8. „Durch zu häufiges Stillen bekommt das Baby Bauchweh, weil neue Milch auf noch unverdaute Milch trifft!“

–> Viele Babys leiden in den ersten Monaten unter Bauchweh, darunter sind genauso viele ungestillte wie gestillte Babys. Die kleinen Organe wie Darm, Magen etc. müssen sich ja erst einmal entwickeln und mit der neuen Nahrungsaufnahme zurecht kommen. Hinzu kommen 1000 neue Eindrücke, die verarbeitet werden müssen. Häufig haben Babys sehr viel Luft im Bauch, die dann zu Bauchweh führt und manchmal müssen Babys auch einfach erstmal in unserer Welt „ankommen“. Bitte stillt Euer Baby also so oft wie es möchte und ihr Euch gut dabei fühlt.

7. „Du musst immer einen 4-Stunden-Abstand zwischen den Stillmahlzeiten einhalten (sonst verwöhnst du das Baby)!“

–> Einfache Frage: Habt ihr immer nach genau 4 Stunden Hunger? Nein? Komisch, ne? Euer Baby nämlich auch nicht. Der Magen eines Babys ist kurz nach der Geburt so klein, dass nur Minimengen hineinpassen. Die Größe des Magens verändert sich natürlich mit dem Älterwerden des Babys, aber auch hier: bitte stillt so oft wie nötig. Ihr könnt Euer Baby damit nicht verwöhnen, verziehen oder sonst irgendetwas.

6. „Stillen macht Hängebrüste!“

–> Jaaaa, die Brust einer Frau verändert sich. Während der Schwangerschaft wachsen die Brustdrüsen und die Brust meist größer und praller. Kurz nach der Geburt kommt der Milcheinschuss und Brüste scheinen förmlich zu explodieren. Dies legt sich aber nach ein paar Tagen.

„Nach dem Abstillen wird, rein biologisch gesehen, der größere Brustumfang nicht mehr gebraucht, sodass sich der Busen nach und nach zurückbildet. Dieser Vorgang spielt sich prinzipiell im Körper einer jeden Schwangeren ab (mehr oder weniger stark ausgeprägt) und geschieht unabhängig vom Stillen. Ohne das Stillen wird dieser Prozess bereits nach der Geburt in Gang gesetzt, andernfalls erst nach dem Abstillen. Wie stark der Unterschied im Gegensatz zu früher ist und welche Form, Größe und Festigkeit die neue Oberweite aufweist, hängt von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise davon, wie stark die Brust während der Schwangerschaft und Stillzeit gewachsen ist und wie die natürliche Beschaffenheit und Elastizität des Bindegewebes ist. Neben Veranlagung haben auch Alter, Ernährung und Zigarettenkonsum Einfluss darauf, wie sich die weibliche Brust nach einer Schwangerschaft oder mit zunehmendem Alter verändert.“ (Quelle: urbia.de)

5. „Du hast bestimmt nicht genug Milch, wenn das Kleine so oft trinken will.“

–> Falsch! Die Tatsache, dass Frauen „zu wenig Milch“ haben/produzieren können, tritt nur bei 2-3% aller Frauen auf. Das Wunderbare am Stillen ist nämlich, dass sich das Angebot an die Nachfrage anpasst. In Phasen eines Schubes kann dies auch mal einen Tag lang dauern und man sitzt dauerstillend auf der Couch (Clusterfeeding), aber in den allermeisten Fällen regelt das der Körper von alleine und das Zufüttern von Flaschenmilch ist nicht nötig. Ja, die Zeiten des Clusterfeedings können sehr anstrengend sein (für Baby und Mutter), aber sie gehen vorbei und dein Baby wird nicht verhungern! Du musst einfach auf Dich vertrauen, dein Körper weiß was er tu muss 🙂

4. „Willst du nicht mal langsam aufhören zu Stillen, sonst kommt es nie von deiner Brust weg!“

–> Gerade die Mütter, die gerne länger als die üblichen 6 Monate stillen, bekommen diesen Satz bestimmt ein Mal im Monat zu hören. Die WHO empfiehlt Stillen bis zum 3. Lebensjahr. (In vielen Entwicklungsländern ist dies nämlich die einzige Möglichkeit an „sauberer“ Nahrung für Babys/Kleinkinder.) Stillen ist nicht nur Nahrungsaufnahme alleine, Stillen ist Nähe, Geborgenheit, Kuscheln etc. und währenddessen wird auch das „Bindungshormon“ Oxytocin ausgeschüttet. Dieses Hormon macht glücklich und lässt Mutter und Baby geborgen fühlen.

3. „Wenn es Zähne hat, ist es sowieso vorbei mit dem Stillen!“

–> Nö! Babys und Kleinkinder sind sehr gut in der Lage beim Trinken nicht zuzubeißen. Die Brustwarze ist ausserdem beim Stillen selber sehr tief im Mund des Babys drin. Klar wird es bestimmt auch mal den einen oder anderen „Biss“ geben, weil Babys und Kleinkinder sich ausprobieren wollen und Jaaaa, das tut weh! Aber Abstillen muss man deswegen nicht.

2. „Du musst dein Baby an jeder Brust ca. 20-30 Minuten trinken lassen, sonst kommt es nicht an die Hintermilch dran!“

–> Nein! Wie lange Babys zum Stillen brauchen ist so individuell wie dein Baby selbst. Es gibt Babys, die brauchen 5-10 Minuten pro Brust und sind glücklich und satt, andere genießen ihre Mahlzeit richtig und trinken 30-40 Minuten (oder länger). Sicher ist, dass auch die Schnelltrinker an die nahrhafte Hintermilch kommen und satt werden (und nein, sie kommen dann nicht nach 30 Minuten schon wieder!)

Und der absolute Platz 1 der blödesten Ammenmärchen zum Thema Stillen ist:

Trommelwirbel!

1. „Du musst deinem Baby doch mal was Richtiges zu essen geben, es wird doch gar nicht satt!“

–> BäBäähäääm! Der größte Quatsch, den man als Mutter/Vater hören muss. Gerne auch bei Babys, die gerade mal 3-4 Monate alt sind. Dazu braucht man eigentlich gar nichts mehr schreiben, außer: WAAAAHHHAAAAAAAA, SO EIN UNFUG!!! Euer Baby signalisiert Euch schon, wenn es an anderer Nahrung interessiert ist. Lasst es bei Euch mit am Tisch sein, lasst es zusehen während ihr esst und die Neugierde kommt meist ganz von alleine.

So ihr Lieben, ich hoffe, dass Euch dieser Beitrag gefallen habt und ihr genauso lachen konntet wie ich. Danke auch hier noch einmal an meine lieben Freundinnen für die Beispiele!

Ich würde mich freuen, wenn Ihr diesen Beitrag vielleicht teilt, denn so können auch viele werdende Mütter davon profitieren und sich vielleicht ein wenig sicherer fühlen.

Vielen lieben Dank und eine schöne Restwoche wünsche ich Euch!

Eure Caro

2 Kommentare zu „Die 10 größten Ammenmärchen übers Stillen

  1. Aaah, das kommt mir alles sehr bekannt vor! DANKE, dass Du damit aufräumst 🙂 Stillen ist auch bei uns ein Thema, weil das kleine Küstenmädchen ja so gerne trinkt – glücklicherweise:)

    Viele liebe Grüße und eine schöne Stillzeit

    Küstenmami

    Gefällt 1 Person

  2. Mein schönstes Ammenmärchen: „Frauen, die schon vor der Schwangerschaft einen großen Busen hatten, haben nach der Geburt nicht so viel Milch. Frauen mit kleinen Brüsten können mehr Milch produzieren.“ 😉

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