Jura-Studium mit 2 kleinen Kindern oder auch „wie ich ins Straucheln kam“

Vor knapp 3 Jahren habe ich mein Teilzeit-Studium der Rechtswissenschaften (Bachelor) an der Fernuniversität Hagen begonnen. Zum Wintersemester 2016/2017 habe ich meinen Studiengang um das 1. juristische Staatsexamen erweitert. Der Vorteil davon ist, dass man den Bachelor fast „geschenkt“ bekommt, wenn man das StEx macht. 

Klausurenphase

Die ersten Klausuren habe ich geschrieben als Anna gerade mal 6 Monate alt war. Da hieß es dann Milch abpumpen, Oma kommen lassen, 1h lang nach Potsdam fahren, weil es in Berlin selber keine Klausurorte gibt. Dann 2h Klausur schreiben und  dann 1h nach Hause hetzen um das Baby zu stillen, falls es doch keine Flasche nehmen wollte (was bei Anna sehr häufig der Fall war). Bei meiner ersten Klausur schlief Anna nach meinem Stillen (vor der Abfahrt) 4h durch und ich konnte sie direkt stillen. So war das oft bei ihr. Sie hatte von Anfang an einen sehr konstanten 4h-Rhythmus, der nur durch Krankheit oder Schübe durchbrochen wurde. Auch als sie älter wurde, habe ich ihre 2 mal 2h Schläfchen genutzt um zu Lernen und zu Lesen. Auch neben der Arbeit kam ich noch regelmäßig dazu etwas für die Uni zu tun. Seit dem Ende meiner 2. Schwangerschaft komme ich nun zu fast gar nichts mehr. Knautzi ist in seinem Rhythmus einfach unberechenbar. Tagsüber wäre das noch okay, aber durch seine kurzen nächtlichen Stillabstände bin ich tagsüber einfach müde und kann mich nicht konzentrieren. Ich habe mich schon so oft hingesetzt und angefangen zu lesen während er schlief, aber ich habe nichts behalten. Außerdem wurde ich immer wieder rausgerissen und konnte nicht mal länger am Stück arbeiten.

Ich muss mein Pensum reduzieren. Schon wieder.

Zur Zeit weiß ich einfach nicht wie ich weitermachen soll. Er ist ja gerade mal 12Wochen alt. Im März wollte ich allerdings mindestens 5 Klausuren schreiben, damit ich 2018 auch mal fertig bin. Denn 1 Jahr brauche ich ca. als Vorbereitungszeit fürs StEx. Das kann ich mit meinem jetzigen Pensum knicken. Ich muss mich jetzt mit einer Hausarbeit und einer Klausur „zufrieden“ geben. Und die Hausarbeit muss ich bestehen, da dies mein letzter Versuch in diesem, eigentlich mein Lieblingsfach ist.

4 gewinnt. Oder doch nicht?

Hinzu kommt, dass ich dieses Studium ja nicht einfach nur rum bekommen möchte. Ich möchte verstehen, was ich da tue und lese. Ich will es anwenden können, mich austauschen können. Und das gelingt mir gerade einfach nicht. Ich will nicht einfach nur eine Klausur bestehen, ich möchte einen guten Abschluss haben. Nicht gut im juristischen Sinne, sondern so, dass ich mit mir zufrieden bin, dass ich sagen kann, dass ich weiß was ich da mache. Aber vielleicht ist das zum jetzigen Zeitpunkt einfach zu viel gewollt? Andere schaffen es doch auch, denke ich mir dann. Ich habe so viele Kommilitoninnen, die Familie haben, da muss es ja auch irgendwie gehen. Okay, vielleicht hat der Mann dann dafür einen 9-5 Job und hat die Kinder dann am Nachmittag. Hat meiner nunmal nicht und das wusste ich von Anfang an. Fakt ist, ich bin unzufrieden mit der Situation und ich möchte sie gerne ändern. Die Frage, die sich mir stellt ist einfach: KANN ich die Situation gerade ändern oder sollte ich sie einfach jetzt mal so akzeptieren, wie sie ist? Fakt ist auch, dass ich an Knautzis Schlafgewohnheiten nichts ändern kann und will. Er ist ein Mini-Baby und ich werde einen Teufel tun und an seinem Rhythmus etwas manipulieren. Konzentrationsschwäche kommt u.a. von Müdigkeit und auch der kann ich kaum was ändern, außer vielleicht mehr Sport, mehr frische Luft etc. Das mit dem Sport habe ich schon in Angriff genommen. 1 Mal pro Woche gehe ich zur Cantienica Rückbildung. q Stunde nur für mich. Danach fühle ich mich gerader und habe den Kopf freier. Außerdem ist Knautzel nach der Stunde Fremdbetreuung (im Raum nebenan) so erschöpft, dass er gut schläft. Diese Zeit werde ich jetzt intensiver nutzen und mich in dieser Zeit komplexeren Themen widmen. Ich hoffe, dass es klappt. Drückt mir bitte die Daumen.

Organisation ist doch alles!

Das dachte ich zumindest mal. Überwiegend stimmt das auch, aber ein Baby kann man nicht organisieren, wenn man voll stillt und seine Bedürfnisse befriedigen will. Auch Anna hat ihre Bedürfnisse. Sie möchte mit mir Eisenbahn spielen und Türme bauen, puzzeln und malen. Sie habe ich ja tagsüber schon sozusagen „wegorganisiert“, indem sie in der Kita ist. Aber dort will ich sie auch nicht so lange lassen, gerade jetzt wo es so früh dunkel wird. Soll ich also wieder auf den Frühling warten?

Ich glaube einfach, dass es die Zeit zeigen wird. Dass Knautzel irgendwann besser schlafen wird und einen stetigeren Rhythmus haben wird. Ich dann nicht mehr ganz so müde sein werde und seine Schläfchen mal zum intensiveren Lernen nutzen werden kann. Wenn er etwas größer ist, wird auch er eine Babysitterin bekommen, die tagsüber mal 1-2h mit ihm spielt, damit ich was geschafft bekomme. Jetzt ist mir das aber noch zu früh. Jetzt genieße ich noch mein gut riechendes Mini-Baby, das mich noch so sehr braucht.

Und hey, 2 Fächer pro Semester sind auch okay! Ich bin ja noch jung 🙂

Ich wünsche Euch eine schöne Restwoche,

eure Caro

 

2 Kommentare zu „Jura-Studium mit 2 kleinen Kindern oder auch „wie ich ins Straucheln kam“

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